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Tags >> Wildschwein
Okt
17
Von Schweinen und anderen RüsselträgernTagged in: Wildschwein
Ich bin’s schon wieder. Und muss Euch unbedingt von einem der schönsten Morgende am Wasser berichten, den ich je erleben durfte. Gegen 7.00 Uhr war ich wach – nach einer unruhigen Nacht dank Schwarzwild. Denn eine Rotte Wildschweine hatte nichts Besseres zu tun als wenige Meter neben meiner dünnwandigen Behausung den Boden umzupflügen. An sich kein Problem, aber offensichtlich hatten ihre Hochleistungs-Nasen auch meinen Futtereimer bemerkt. Sie kamen näher. Ein paar Mal in die Hände geklatscht – Ruhe. Dann aber ärgerliches Grunzen, das weiter näher kam. Kein schönes Gefühl, glaubt mir. Irgendwie muss ich die Viecher doch verscheuchen können. Oder so schnell wie möglich die fünf Meter zum Boot überbrücken. Während ich noch überlege, wie ich die aufdringlichen Waldbewohner los werde, gibt einer meiner Bissanzeiger Meldung. Piep! Stille bei Familie Schwein. Piep, Piep! Erschrockenes Gegrunze, dann rast die Rotte los, quer durchs Unterholz. Nach den Geräuschen zu urteilen haben sie ein paar kleinere Bäume einfach umgerannt. Gut, dass sie nicht in meine Richtung geflüchtet sind. Zwei Stunden später dringt wieder Gegrunze an meine Ohr. Kann man eigentlich sein eigenes Schnarchen hören? Nein, wieder Schweine-Alarm. Als sich die Tiere langsam nähern, schleiche ich schnell zu den Ruten und spiele selber Schnurschwimmer. Piep, piep, piep! Funktioniert, die Schwarzrücken geben wieder Hackengas und bleiben den Rest der Nacht weg. Ruhig schlafen konnte ich trotzdem nicht mehr. Dafür wurde ich mit einem Traum-Morgen entschädigt. Auf meiner Sitzbox genoss ich direkt neben den Ruten erstmal einen heißen Instant-Cappuccino, während dichte Nebelschwaden über den völlig windstillen See zogen.
Ein unbezahlbarer Ausblick! Wieder raschelte es, diesmal direkt vor meinen Füßen. Eine Waldmaus machte Männchen und beobachtete mich neugierig. Na, für die zirkuseife Nummer kriegst Du auch ein Leckerli. Ein Griff in den Ködereimer und wenig später hab ich einen neuen Freund mit fünf Gramm Körpergewicht. Nur foto-scheu war der kleine Bursche. Während die Sonne den Nebel über dem See ablöste, besuchte mich noch ein Kleiber (Vogelart, die an Bäumen nach Futter sucht), zogen Kraniche über den See und drehten die Fledermäuse ihre letzten Jagdrunden dicht über dem Wasser. Das alles vor wunderschöner Waldkulisse mit langsam bunt werdendem Laub – ein echter Traum. Karpfenangeln, ich hab mich neu in Dich verliebt! Ach ja, gefangen hab ich auch: 4 Karpfen. Drei von rund 7 und einen von 10,5 Kilo.
Diese Rüssel sind mir deutlich lieber als die von Borstenviechern! Leider auch einen verloren, aber das passiert schon mal. Das Schönste aber zum Schluss: Nächste Woche bin ich zurück am See für mindestens eine Nacht auf Karpfen. Ein paar richtig Dicke soll es hier geben. Wär doch gelacht, wenn sich nicht einer davon austricksen ließe! Einen bestimmten hättte ich da schon auf meiner Wunschliste. Er hat deutlich mehr Schuppen als seine Verwandten von vergangener Nacht – und spielt auch vom Gewicht her in einer andern Liga… Der Herbst ist noch lange nicht vorbei, deshalb: weiterfüttern, weiterangeln! Ich bleib dran, Euer Arnulf |























