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Tags >> Zahnarzt
Sep
08
Lochfraß und anderer ÄrgerTagged in: Zahnarzt
Wenn’s läuft, läuft’s – seh’ ich genauso. Aber wenn’s nicht läuft, dann läuft’s oft wirklich gar nicht. Mein Beispiel dazu hat etwas mit Stift- und Nagezähnen zu tun. Bitte sehr: Flughafen Oslo, letzte Woche, auf dem viel zu frühen Rückweg von unserer Heilbutt-Tour nach Nordnorwegen reicht ein Brötchen, um einen künstlichen Beißer in meiner Kauleiste aus seiner Verankerung zu lösen. Na suuper! Freitag Termin beim Doc, also schon mal ein Urlaubstag weg. Eine Stunde vorm Termin: Anruf Praxis, Doc krank, neuer Termin Montag Mittag – nächster Urlaubstag weg. Gut, dann fische ich die Nacht vorher wenigstens mal wieder auf Karpfen! Ein paar hab ich 2010 schon gefangen, aber alle vom Boot und ohne Zelt. Ach ja, das liegt noch im Schuppen. Alle Teile in der Tragetasche? Heringe, Spanngurt… Was ist denn das? Ein wolliges Mäusenest in der seit Oktober 2009 leicht geöffneten Tasche! Oh nein, die nagen doch alles durch. Und tatsächlich: Vier dicke Löcher in meiner stinkteuren Angelvilla. Eins in der Tür unten (hässlich, aber nicht so wild) und drei übers Dach verteilt. Schei…! Alles kurz und klein schlagen und dann in Ruhe heulen gehen? Oder den Kater auf Dosenfutter-Diät setzen, damit er auch im Schuppen die Nager ausrottet? Bringt alles nichts. Meine Frau kann mich wenigstens etwas beruhigen und verspricht mir näherische Hilfe beim Flicken. Gut, könnte klappen. Die Nacht soll trocken bleiben, da geht’s auch mit Loch im Dach. 21.45 Uhr: Nach so viel Generve schlafe ich am See erstaunlich früh ein. 23.00 Uhr: Piep, piep…piep. Den Brassen bekomme ich trotz unglaublicher Krautexplosion im See ohne Problem zu mir herangekurbelt. Aber muss der wirklich auf einen große Boilie beißen? Na gut, neu werfen, wieder ins Bett. 2:15 Uhr: Piep, piep…piep. Gähn, Schleimi Nummer zwei gleitet ebenfalls locker zu mir heran. Das heißt nur 70 der rund 85 Meter zwischen mir und dem Busch auf der anderen Seeseite! Dann mutiert der Brassen zu einem explosiven Kämpfer. Ach ja, die Graser hatt ich vergessen. Zwei davon fange ich immer mal wieder (müssen zurückgesetzt werden als biologische Rasenmäher). Es ist der kleinere davon: 86cm, gut acht Kilo. Schnell zurück und weiterschlafen. 6:00: Piiieep! Zielfisch am Band – und auf Ansage sofort in einer der vielen neuen Krautbänke festgerannt. Zerren von links, von rechts, Fisch noch dran, aber bewegt sich nicht. Okay, Plan B: Rute wieder auf den Halter, Mini-Schlauchboot aus dem Auto holen, Pumpe dran und los. So, gleich ist genug Druck drauf. Pump, pump, paaaff! Schlauchboot einfach geplatzt. Ich kann nicht mehr, muss einfach lachen. Ich glaub, ich versuch’s doch ohne Boot! 7:00 Uhr: In Watstiefeln hab ich mich so weit wie irgend möglich nach rechts durchgeschlagen und unter Gewaltanwendung kommt endlich Bewegung in die Sache. Zehn Minuten später schaufele ich Krautklumpen plus Karpfen in den Kescher – YES! Der Fisch ist recht schlank, aber mit etwas über 26 Pfund einer der größeren aus dem See. So kann’s weitergehen. 10:15 Uhr: Ich nehm die letzte Rute hoch, um die Monatge endgültig einzuholen. Mist, die hängt fest, RRRR! Ups, ein Fisch am Band. Tatsächlich hat noch im allerletzten Moment ein Karpfen den Boilie genommen. Gepiept hat es vorher an dieser Rute die ganze Nacht nicht einmal! Diesen Burschen kann ich vom Kraut fernhalten und sicher landen: 19 Pfund und etwas besser im Futter. Tja, wenn’s läuft, dann läuft’s. Und ich hab auch wieder Feuer gefangen fürs Karpfenangeln, das ich in den letzten Jahren etwas vernachlässigt hab. Heute Abend werden Boilies gerollt…
Nach über einer Stunde „Drill“ doch noch gelandet! |






















