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Christopher Paschmanns
  Redakteur
Geburtsdatum   17. Februar 1982
Geburtsort   Schwalmtal
Familienstand   ledig
Lieblingsfische   Karpfen, Hecht, Dorsch
Lieblingsländer   die Welt
Hobbys   Angeln, Schreiben, Fotografieren
Christopher Paschmanns

Bengel mit Barsch
Über dem Ferienhaus in Schleswig-Holstein geht die Sonne auf. Ein idyllischer Morgen. Nebelschwaden ziehen gemächlich über den kleinen See. Nichts stört die Ruhe. Noch nicht einmal die Vögel sind erwacht. Doch da, etwas raschelt im Schilf. Die Halme knacken und auf den Steg stolpert ein kleiner Junge mit blondem Wuschelkopf. In der Linken eine Angel ohne Rolle, ein Stück Schnur mit Haken an der Spitze festgebunden. In der Rechten einen Eimer. "Was hat der vor?", mag sich die Ringelnatter denken, bevor sie geräuschlos ins Wasser gleitet. Was der vor hat? Der will fangen was er da gestern unterm Steg sah, was sich da so frei im klaren Wasser bewegte. "Das sind Barsche", erklärte ihm der Opa im Tante-Emma-Laden mit Angelecke, nachdem der Junge ihm euphorisch die gestreiften Fische mit den stacheligen Flossen beschrieben hatte. "Barsche, Barsche, ich will Barsche fangen", nervte er so lange seine Eltern, bis sie ihm die spärliche Ausrüstung kauften. Vorsichtig wie eine Katze auf dem Rand einer Badewanne balanciert er über die morschen Steglatten und lugt hinab. Sie sind noch da! Mit zitternden Händen lässt er den aufgespießten Wurm an verdrallter Schnur ins Wasser, mitten in den Schwarm. An diesem Morgen schlafen Mama und Papa Paschmanns nicht aus. Ein Freudenschrei reißt sie aus den Federn und Sekunden später steht ihr Sohn im Schlafzimmer, in der Rechten die Angel, in der Linken den zappelnden Barsch. Von diesem Tag an drehte sich alles in meinem Leben um Wasser. Egal ob mit Kescher oder Billigangel, egal ob im Urlaub oder im heimischen Nordrhein-Westfalen, was fangbar war, fing ich: Molche, Kaulquappen, Frösche, Stichlinge, Barsche, Rotaugen...
Irgendwann hatte man mich dann doch zu oft beim Schwarzangeln erwischt und meine Eltern meldeten mich im örtlichen Angelverein an. Der Fischereischein wurde gemacht, auf den Weihnachts- und Geburtstagswunschlisten stand nichts als Angelgerät und ich fand gleichaltrige Verrückte. Matchfischen, Feedern, Spinnfischen in jeder freien Minute. Bis zu jenem frühen Maimorgen 1997 als ich beim Posenangeln im Flachwasser bei einer Insel einen riesigen Schuppenkarpfen fressen sah. Einen größeren Fisch hatte ich noch nie gesehen. An freier Leine präsentierte ich ihm ein Maiskorn und beobachtete mit aufgerissenen Augen, wie es in seinem gigantischen Maul verschwand. 15 schweißtreibende Drillminuten später lag er vor mir, über sieben Kilo Schuppenkarpfen! Das war's dann. Es gab nur noch Karpfen in meinem Leben. Ich glaube ich fing so ziemlich jeden Schuppi in meinem 47 Hektar Vereinssee zweimal, Spiegler gab's dort nicht. Endlich 18, endlich mobil, entdeckte ich neue Gewässer im In- und Ausland und fing größere Fische. Irgendwie schaffte ich dann nebenbei noch mein Abi, leistete den Zivildienst ab und studierte in Siegen Literary-, Cultural- and Mediastudies. 2006 zog ich für's zweite Studium, Journalistik und Kommunikationswissenschaften, nach Hamburg und lernte durch ein Praktikum die Rute & Rolle Redaktion kennen. Es folgten Monate der freien Mitarbeit, ein verkürztes Volontariat und heute bin ich als Redakteur fester Teil der Truppe.

 

 
 
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